Stromlieferant wechseln
Der Wechsel selbst ist ein standardisierter, regulierter Vorgang und dauert Tage. Was Monate dauert, sind die Fristen Ihres bestehenden Vertrages — und die kennt der Kunde meistens nicht auswendig.
Was wirklich Zeit kostet
- Kündigungsfristen. Sie liegen im Markt zwischen einem und vierundzwanzig Monaten und enden häufig zum Jahres- oder Quartalswechsel. Das ist fast immer der längste Posten.
- Automatische Verlängerung. Wer die Frist verpasst, verlängert oft um ein volles Jahr. Deshalb steht am Anfang eines Wechselprojekts eine Fristenliste, keine Preisverhandlung.
- Messkonzept. Teilt sich eine Erzeugungsanlage einen Zählpunkt mit einer Nachbaranlage, ist eine Messtrennung nötig, bevor sauber abgerechnet werden kann.
Der eigentliche Wechsel
Der Lieferantenwechsel läuft über standardisierte Marktprozesse zwischen Lieferant, Netzbetreiber und Messstellenbetreiber. Sie kündigen, wir melden an, der Netzbetreiber bestätigt, zum Stichtag beginnt die Belieferung. Ihr Messstellenbetreiber bleibt, wo er ist. An Ihrem Anschluss ändert sich nichts.
Mehrere Standorte: in Wellen, nicht auf einen Schlag
Bei mehreren Standorten warten Sie nicht auf einen gemeinsamen Stichtag. Jeder Standort wechselt, wenn seine Frist es zulässt; der Verbund wächst von Welle zu Welle. Das hat einen angenehmen Nebeneffekt: Die ersten Standorte sind produktiv, während die späteren noch laufen.
Was wir dafür brauchen
- Zählernummern bzw. Marktlokations-IDs der betroffenen Lieferstellen
- aktueller Lieferant, Vertragsende und Kündigungsfrist je Standort
- Jahresverbrauch und, bei registrierender Messung, die Jahreshöchstleistung
- bei Erzeugung: MaStR-Nummer, Leistung, Vergütungsmodell und Anlagentechnik
Was Sie nicht zur Hand haben, holen wir uns im Wechselprozess selbst. Blockieren tut das nichts.
Bezugswerk — Stromlieferung mit einem Vertrag über alle Lieferstellen. Solange nicht geliefert wird, zahlen Sie nichts.