Direktvermarktung mit Batteriespeicher
Ein Speicher verdient in der Direktvermarktung nur dann Geld, wenn ihn jemand gegen den Preis fährt. Diese Seite erklärt, wie dieser Mehrerlös entsteht, wie groß der Speicher dafür sein muss und ab wann er den höheren Dienstleistungspreis trägt.
Warum ungesteuerte Erzeugung an Wert verliert
In der Direktvermarktung erhalten Sie den Preis, den Ihr Strom in der Viertelstunde seiner Erzeugung an der Börse erzielt. Photovoltaik erzeugt bundesweit gleichzeitig — und drückt damit genau in ihren besten Stunden den eigenen Preis. Das Verhältnis aus Marktwert Solar und Börsen-Baseload, der Profilfaktor, ist von 0,84 im Jahr 2023 auf 0,505 im Jahr 2025 gefallen. Der Jahresmarktwert Solar lag 2025 bei 4,508 ct/kWh, der Baseload bei 8,932 ct/kWh.
Diese Entwicklung ist strukturell. Sie dreht sich nicht um, sondern verstärkt sich mit jedem Zubau. Wer nicht verschieben kann, verliert jedes Jahr ein Stück mehr.
Was der Speicher daraus macht
Der Speicher verschiebt die Abgabe: Er nimmt auf, wenn der Preis niedrig oder negativ ist, und gibt ab, wenn er hoch ist. Der Mehrerlös ist damit keine Frage der Speichergröße allein, sondern der Preisspreizung innerhalb eines Tages — und die ist in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen.
In unserem Pilotbetrieb über rund ein Jahr lag der Mehrerlös je erzeugter Kilowattstunde bei 20 bis 30 Prozent, je nach Jahreszeit, Ausrichtung und Speichergröße. Das ist ein Erfahrungswert aus echten Anlagen, keine Modellrechnung — aber auch keine Zusage für Ihre Anlage.
Die Speicher-Ratio: wie viel Speicher pro kWp?
Als Richtwert arbeiten wir mit rund 1,3 kWh Speicherkapazität je kWp Anlagenleistung. Darunter wird die Verschiebung so knapp, dass sie den Preisaufschlag gegenüber einem reinen Discount-Direktvermarkter nicht mehr sicher trägt. Der Wert ist ein Erfahrungswert; für jede konkrete Anlage rechnen wir ihn an den echten Viertelstundenwerten nach, bevor wir ein Angebot machen.
Der ehrliche Teil: Sie zahlen mehr
Eine Direktvermarktung mit aktiver Speicherfahrweise kostet gegenüber einem Discount-Anbieter grob 1,0 bis 1,5 ct/kWh mehr. Dieser Aufschlag muss durch den Mehrerlös übertroffen werden, sonst rechnen Sie uns zu Recht heraus. Genau deshalb steht am Anfang die Potenzialanalyse mit Ihren Werten und nicht ein Verkaufsgespräch.
Was Sie technisch brauchen
- viertelstündliche Messung der Anlage — bei registrierender Leistungsmessung ohnehin vorhanden
- fernsteuerbare Leistungsreduzierung
- einen Speicher, dessen Steuerung sich anbinden lässt, oder einen fest geplanten Neubau
- eine eigene Mess- und Marktlokation der Anlage
Ist ein Wechselrichter- oder Speichertyp noch nicht angebunden, sagen wir das vor dem Angebot und nicht danach.
Ertragswerk — unser Produkt für genau diesen Fall: Direktvermarktung, Speichersteuerung, Bilanzkreis und Stromlieferung aus einer Hand, sechs Monate Laufzeit.