Dynamischer Stromtarif im Gewerbe
Ein dynamischer Tarif gibt Ihnen den viertelstündlichen Börsenpreis weiter — nach oben wie nach unten. Er ist kein Sparprodukt an sich, sondern ein Werkzeug: Er belohnt genau das Verhalten, das Sie ohnehin steuern könnten.
Wer davon profitiert
- Kühlung und Wärme. Kühlhäuser, Kältemaschinen, Wärmespeicher und Wärmepumpen speichern Energie in Form von Temperatur. Ein paar Grad Vorlauf sind eine Batterie ohne Batterie.
- Ladeinfrastruktur. Fahrzeuge, die über Nacht stehen, sind der einfachste Fall überhaupt.
- Produktion mit Spielraum. Schichtplanung, Trocknung, Pumpen, Druckluft — überall dort, wo der Zeitpunkt weniger wichtig ist als die Menge.
- Batteriespeicher. Der Speicher macht praktisch jeden Verbrauch verschiebbar.
Wer die Finger davon lassen sollte
Wenn Ihr Lastgang starr ist — gleiche Schicht, gleiche Maschinen, keine Speicherfähigkeit — bringt ein dynamischer Tarif kein zusätzliches Geld, sondern nur zusätzliche Schwankung im Monatsabschluss. Dann ist ein fester Arbeitspreis die ehrlichere Wahl. Unser Entgelt ist in beiden Fällen dasselbe; wir verdienen nicht daran, Ihnen das Preisrisiko zu geben.
Wie sich das Risiko begrenzen lässt
- Nur einen Teil der Menge dynamisch stellen und den Rest fest beschaffen.
- Verschiebbare Verbraucher mit einer Steuerung anbinden, statt auf Handbetrieb zu hoffen. Wer nur die Preistabelle bekommt, verschiebt in der Praxis nichts.
- Einen Speicher als Puffer nutzen, wenn ohnehin einer geplant ist.
Was die Steuerung leisten muss
Die Preise für den Folgetag stehen am Vortag am frühen Nachmittag fest. Daraus wird ein Fahrplan gebaut, der Ihre Prozessgrenzen einhält — eine Kühlkette hat Temperaturkorridore, keine Preiskorridore. Diese Grenzen sind Vorgabe, nicht Verhandlungssache. Optimiert wird innerhalb davon.
Bezugswerk — Stromlieferung fest oder dynamisch, mit Steuerung Ihrer verschiebbaren Verbraucher, wenn Sie das wollen.